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Mobiles Labor hilft Abwasserqualität zu verbessern

Verbundprojekt TAKIZ: Kläranlagen in Vietnam auf standardisierte Verfahren optimieren

Für den größten Teil der Industriezonen in Vietnam existiert keine nachhaltig funktionierende Abwasserentsorgung – mit teilweise gravierenden Folgen und Gefahren für die Umwelt.

Gespräch über das mobile Labor MobiLab

Prof. Dr. Carsten Haneke (rechts) erklärt Mrs .Phan Thi Hien, EPA Da Nang, (Zweite von links) während der Präsentation die Funktion des mobilen Labors „MobiLab“

MobiLab

Mit Hilfe mobilen Labors „MobiLab“ der Firma LAR kann die Abwasserqualität flexibel und direkt vor Ort in den jeweiligen Kläranlagen gemessen werden.

Verbundprojekt TAKIZ: Kläranlagen in Vietnam auf standardisierte Verfahren optimieren

Für den größten Teil der Industriezonen in Vietnam existiert keine nachhaltig funktionierende Abwasserentsorgung – mit teilweise gravierenden Folgen und Gefahren für die Umwelt.

In nur wenigen Industriezonen ist überhaupt eine zentrale Kläranlage vorhanden, die zumindest befriedigende Betriebsergebnisse nach westlichem Verständnis liefert. Häufig sind vorhandene Anlagen infolge mangelnder Wartung oder Unterfinanzierung außer Betrieb. Die Durchsetzung von geltenden Qualitätsanforderungen sowie Umweltstandards sind jedoch für den Einsatz von beispielsweise deutscher Hochtechnologie unabdingbar.

Bereits im Rahmen des Vorgänger-Verbundprojekts AKIZ wurden unter anderem Verfahren zur quellnahen Abwasserentgiftung, zur Energiegewinnung aus Abwasser, zur Wertstoffrückgewinnung aus Abwasser und Schlammbehandlungskonzepte technisch erfolgreich konzipiert und vorgestellt. Ergänzend wurden zudem angepasste Geräte und Methoden zur Abwasseranalytik und Abwasserkostenrechnung mit Tarifmodellen für das Monitoring präsentiert.

„Viele Probleme vor Ort werden durch Qualitätsmängel verursacht. Häufig werden beispielsweise die Anlagen zu billig geplant, gebaut, ausgerüstet und nicht nachhaltig gewartet“, erklärt Projektkoordinator Dr. Wolfgang Genthe von der LAR Process Analysers AG in Berlin. „Dazu kommen meist Finanzierungsengpässe sowie Mängel bei Überwachung und Vollzug im Abwassersektor“, so Genthe.

„Technologien und Konzepte haben nur dann eine Chance in der Realität umgesetzt zu werden, wenn bereits bei Planung, Finanzierung und beim Bau dieser Abwasseranlagen absehbar ist, dass die Funktion der Anlage im späteren Betrieb technisch überprüft wird“, betont der Projektkoordinator. Mit anderen Worten: Eine Anlage rechnet sich für Investor und Betreiber nur bei effizientem Betrieb unter Einhaltung der Standards.

Hier soll das neue Verbundprojekt „Transfervorhaben zu Abwasserkonzepten für Industriezonen in tropischen Schwellenländern am Beispiel von Vietnam“ (TAKIZ) ansetzen. Dieses wurde kürzlich im Rahmen eines „Kick-off Workshop“ zahlreichen interessierten potentiellen Anwendern sowie Vertretern aus den vietnamesischen Wissenschafts-, Umwelt-, Wirtschafts- und Bau-Ministerien in einer Präsentation vorgestellt.

Mit Hilfe von „MobiLab“ der Firma LAR, eines im Verbundprojekts AKIZ entwickelten mobilen Labors, kombiniert aus Labormethoden mit Online-Monitoring, kann die Abwasserqualität flexibel und direkt vor Ort in den jeweiligen Kläranlagen gemessen werden. „Dabei fließt das Abwasser durch das Labor, die Werte werden permanent gemessen und Online übertragen. Auf Basis der Messergebnisse können wir die Betreiber im Anschluss direkt beraten. Die Anlagen können zudem mit Hilfe der Ergebnisse des mobilen Labors auf standardisierte Verfahren optimiert und dadurch künftig die Qualität der Abwässer erheblich verbessert werden“, erläutert Genthe. „Diese Abwasserkonzepte sind natürlich auch jederzeit auf die Industriezonen in anderen tropischen Schwellenländern übertragbar“, resümiert der Projektleiter.

Das auf eine Laufzeit von zwei Jahren ausgelegte Verbundprojekt „TAKIZ“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Beginn des Projekts war der 1. Oktober 2016.